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Was ist Resonanzlehre?

Viele Musiker – gerade in Ausbildung und Beruf – kennen Verspannungen und Schmerzen während und nach dem Üben und Spielen. Wenn der Atemfluss stockt und Muskeln verhärten, klingt oft auch der Klang gedrückt und eng, kommt auch der musikalische Fluss ins Stocken. Das medizinische Problem ist vom musikalisch-künstlerischen Erscheinungsbild nicht zu trennen.
 

Aus diesem Grund widmet sich die „Resonanzlehre“ der musikpädagogisch-künstlerischen Seite des Themas „Musikergesundheit“ und erkennt: die Ursachen für Schmerzen und Verspannungen im Spielen sind veränderbar, regeneratives und erfrischendes Üben und Musizieren ist möglich! Ausdrucksfreiheit und körperliches Wohlbefinden sind unmittelbar verknüpft, sind lehr- und lernbar.

Auch wenn Musiker mit unterschiedlichen Instrumenten, bzw. der Stimme, und individuellen Belastungssymptomen in eine Resonanzlehre-Stunde kommen, lassen sich übergeordnete ähnliche Verhaltensweisen ablesen, die oft mit Schmerzen und Verspannungen einhergehen.

 

Häufige Muster:

  • Ein Musiker erlegt sich bewusst oder unbewusst „Bewegungsverbote“ für bestimmte Körperbereiche auf.

  • Dadurch werden Körperteile in isolierenden Bewegungen vom Gesamtkörperspiel „abgekoppelt“.

  • Körperbereiche, z.B. der Unterkörper, werden im Instrumentalspiel nicht wahrgenommen oder für das Bewegungsspiel nicht eingesetzt.

  • Ungünstige pädagogische „Dos and Dont´s“ stören einen intuitiven musikalischen Ablauf.

  • Körpergewichte werden bewusst oder unbewusst von tragenden Böden isoliert.

  • Die Bauchdecke und/oder der Kiefer werden stark kontrahiert, die Atmung wird gestaut.

  • Der Musiker bewegt sich in einseitigen oder stereotypen Bewegungsmustern und erfährt dadurch keine räumlich offene Bewegungsunterstützung.

  • Der Musiker setzt beispielsweise keine subtilen Dreh- und Pendelbewegungen in seinem Spiel ein und lässt dadurch das Zusammenspiel seiner Körpersegmente nicht zu.

  • Der Spieler beobachtet und kritisiert sich während des Spielens selbst und beeinträchtigt dadurch seine Wahrnehmung.

  • Der Spieler fixiert sich auf technische Bewegungsabläufe und verliert den Klang und die emotionale Mitteilung seines Spiels „aus dem Ohr“.
     

Der Resonanzlehre-Unterricht biete Raum, sich solch störender körperlicher und/oder mentaler Ansätze bewusst zu werden und eine Reihe von Übungen und Hilfsmitteln, durch die sich Veränderungen als Spielgewohnheit nachhaltig umsetzen lassen. Eine effektive Übepraxis mit Körperübungen kann nur vom Spieler selbst im Übealltag integriert werden. Resonanzlehre ist daher kein Therapieverfahren, sondern ein pädagogischer Ansatz.

Üben in der Resonanzlehre

Manchmal sind wesentliche Faktoren wie freier Atemfluss und Bodenkontakt zwar theoretisch bekannt, werden aber in der Spielsituation nicht praktisch umgesetzt. Musiker benötigen eine im Hintergrund laufende Bewegungsgewohnheit, um sich beim Musizieren wirklich mit Musik befassen zu können. Der Kern der Resonanzlehre ist daher eine übersichtliche Struktur von Körperübungen, die Musiker nach und nach kennen und am Instrument umsetzen lernen.

Körperpraxis in der Resonanzlehre

Die Körperübungssets der Resonanzlehre sprechen den Gleichgewichtssinn an, der über das Gleichgewichts-Organ räumlich eng mit dem Gehör verbunden ist. Die Resonanzlehre beschreibt Spielbewegungen als Gleichgewichts-Bewegungs-Spiel ähnlich einem Mobile. Die Körperübungen dienen dem Musiker zum fortlaufenden Aktivieren von Schwerpunktsführung und Gewichtsgefühl aller Körpersegmente. Es geht nicht um „Haltung“ am Instrument, vielmehr um das Bewegungsspiel mit dem Instrument. Musiker verinnerlichen dadurch nach und nach eine Dreh-Pendel-Balance für das Körperspiel beim Musizieren, die ihnen ermöglicht, Spannung und Entspannung für ihr Musizieren frei zu dosieren. Die Übungen können nach und nach zu einem selbstverständlichen Bestandteil von Musizierpraxis werden und Übeprozesse am Instrument um ein vielfaches effektiver machen.

Kommunikation in der Resonanzlehre

 

Die Art und Weise wie über handwerkliche musikalische Vorgänge gesprochen und pädagogisch angewiesen wird, kann spürbare Auswirkung auf den muskulären Spielprozess nehmen.
In der Sprache, mit der Musiker ihr Instrumentalspiel beschreiben, können sich Verspannungskonzepte und ungünstige mentale Ansätze ausdrücken, aufbauen und festigen. Die Resonanzlehre versucht daher, musikpädagogischen Sprachgebrauch auf organisch und klanglich günstige Wirkung hin zu modifizieren.

Wahrnehmung in der Resonanzlehre


Öffnung und Orientierung nach außen, auf den Klang und zwischenmenschliche Resonanz, löst Fixierung in technischen und funktionellen Abläufen oft auf. Technische Hürden können sich abbauen. Aus diesem Grund soll die Klangwahrnehmung nach dem Leitsatz „Je resonanzreicher der Klang, desto freier die Bewegung“ immer an erster Stelle einer „Wahrnehmungshierarchie“ stehen. Die Mobile-Bewegungsgewohnheit, die durch die Körperübungen aufgebaut wurde, darf in den Hintergrund treten und einer optimalen Klangwahrnehmung zuarbeiten. Die Resonanzlehre spricht von „audiomotorischem Spiel“.
Bewegungen sollen beim Spielen nicht beobachtet und weder auf traditionelle instrumentaltechnische noch auf andere Körperarbeitskonzepte hin „überwacht“ werden müssen. Die Resonanzlehre hat daher ausdrücklich die Absicht „sich selbst zum Verschwinden zu bringen.“

Emotionalität und Resonanzlehre

Was vor 30 Jahren von Thomas Lange (www.resonanzlehre.de), einem Berliner Geiger, als Selbsthilfekonzept gegen Sehnenscheidenentzündungen entwickelt wurde, hat sich mittlerweile zu einer umfänglichen künstlerisch-pädagogischen Arbeitsweise erweitert. Denn ganz offensichtlich ist der Zusammenhang zwischen Verkrampfungssymptomen und technikfixierter, bewegungsreglementierter Instrumentalpädagogik. Fließende Spielfertigkeiten und mühelosen emotionalen Ausdrucksreichtum versteht die Resonanzlehre als zentrale musikalische Qualitäten, die keine Frage des Spielniveaus sind, sondern für Laienspieler wie Profis, Anfänger wie Fortgeschrittene, gleichermaßen beglückend sein können. Für Musiker in Schmerzen ist die Resonanzlehre ein Weg zu befreiender Schmerzfreiheit, für jeden Musizierenden eine Möglichkeit, künstlerisches Potenzial zu entfalten. Aus diesem Grund ist Resonanzlehre in meinen Augen im besten Sinne „elementare Musikpädagogik“.

Links

Evaluation zur Resonanzlehre an den Musikhochschulen Mainz und Frankfurt. Hier

Referenzen zum Begründer der Resonanzlehre Thomas Lange auf der Website der Staatsoper München. Hier
Website von Thomas Lange mit weiteren inhaltlichen Informationen. Hier

Interview zur Resonanzlehre mit Gitarristin Katharina Godolt. Hier

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